Zahl der Keimnachweise pro 100 Patienten

Keim
1. Halbjahr 2017
1. Halbjahr 2016
MRSA
0,42 *
0,53
VRE
0
0
3-MRGN
0,05
0,05
4-MRGN
0
0
CDI
0,05
0,05

* Lesebeispiel: Von 100 Patienten wurden bei 0,42 Patienten MRSA gefunden.
Also weniger als 1 Prozent waren MRSA-Träger.

Sana für Hygiene

Umfassender Schutz
In der Hygiene setzt Sana auf das Zusammenwirken von Prävention, laufender Überprüfung sowie kontinuierlicher Umsetzung neuester wissenschaftlicher Empfehlungen. So können wir sicherstellen, dass Hand in Hand mit medizinischer Behandlung und Pflege unsere Patientinnen und Patienten umfassend versorgt und geschützt werden.

Fakten zur Händedesinfektion

Desinfektionsmittel: 1. Halbjahr 2017

Gesamtverbrauch

1.130 Liter

Durchschnittlicher Verbrauch pro Patient, täglich

79 ml

Antibiotikaverbrauch in RDD pro 100 Pflegetage

Antibiotika
1. Halbjahr 2017
1. Halbjahr 2016
Vancomycin

500mg

1,23 *
0,27
Linezolid
0,18
0,3
Carbapeneme
0,02
0

* Lesebeispiel: An weniger als 2 von 100 Pflegetagen wurde das Antibiotikum Vancomycin verschrieben.
Verbrauch in RDD:
Recommended Daily Dose (Empfohlene Tagesdosierung)

Sana für Hygiene

Sachgerechter Umgang mit Antibiotika
Unser Ziel ist es, einen sachgerechten Umgang mit Antibiotika zu erreichen. Neben einer verbesserten Patientenbehandlung vermeiden wir so eine Resiszenzbildung. Die aufgeführten Substanzen sind Beispiele für so gennante Reserveantibiotika.

Gut zu wissen

Desinfektionsmittel: 1. Halbjahr 2017

Pflegetage

16.684

Stationär aufgenommene Patienten

2.138

Mit einem Klick mehr wissen - Fachbegriffe der Hygiene verständlich erklärt

  • Bakterien

    Bakterien sind einzellige Lebewesen, die nur unter dem Mikroskop sichtbar sind. Sie verfügen über ein eigenes Erbgut, haben einen Stoffwechsel und sind durch eine Außenwand von der Umwelt geschützt. Bakterien vermehren sich durch Zellteilung, sodass aus einem Bakterium zwei neue entstehen. Sie sind mit rund 3,5 Milliarden Jahren auch die ersten Lebewesen, die sich auf unserem Planeten entwickelt haben. Sie kommen überall in der Natur vor. Für uns Menschen sind Bakterien lebensnotwendig. Denn ohne sie funktioniert weder das Abwehrsystem noch die Verdauung. Ein Erwachsener trägt 100 Billionen Bakterien in und an sich. Die meisten im Verdauungstrakt. Neben diesen erwünschten Bakterien gibt es allerdings auch krankmachende Arten, die Infektionskrankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung oder Blaseninfektionen hervorrufen. Krankmachende Bakterien können mit Antibiotika bekämpft werden.

  • Viren

    Viren sind im Vergleich zu Bakterien bis zu hundert Mal kleiner. Ein Virus ist zudem nicht eigenständig lebensfähig und kann sich nicht selbst vermehren, da es keinen eigenen Stoffwechsel hat. Es zählt somit nicht zu den Lebewesen – im Gegensatz zu den Bakterien. Für die Vermehrung benötigen Viren einen Wirt, zum Beispiel den Menschen. Dazu docken Viren an passende Wirtszellen an und dringen in sie ein. Regionen in unserem Körper, die nicht von Haut umgeben sind, wie zum Beispiel die Schleimhäute, sind besonders anfällig für die Aufnahme. Viren können die Wirtszelle von innen so umprogrammieren, dass sie beginnt, die einzelnen Virusbestandteile herzustellen. Die hergestellten Einzelteile des Virus setzen sich schließlich von selbst zum kompletten Virus zusammen.

    Zu den Viren zählen unter anderem Herpesviren, die zu schmerzenden Lippenbläschen führen können, Rhinoviren, die Erkältungen auslösen sowie Influenzaviren, die Grippe verursachen. Antibiotika sind gegen Viren unwirksam.

  • Multiresistent

    Multiresistent steht für mehrfach unempfindlich. Bakterien lassen sich in der Regel durch Antibiotika abtöten. Ist allerdings ein Bakterium gegen ein bestimmtes Antibiotikum abgehärtet, so ist es gegen diesen Wirkstoff resistent. Ist ein Bakterium auch gegen weitere unterschiedliche Wirkstoffe resistent, spricht man von einem multiresistenten Keim.

  • Problemkeime

    Der Mensch ist mit einer Vielzahl von Bakterienarten besiedelt, die als Normalflora bezeichnet werden. Allerdings können eine Reihe dieser Keimarten neben ihren positiven Eigenschaften für das menschliche Wohlbefinden unter bestimmten Umständen bösartig werden und Infektionen auslösen.

    Selbst aggressive Antibiotika töten nie alle Keime ab, sondern nur etwa 99 Prozent. Die überlebenden „Außenseiter“ können sich wieder ausbreiten und sogar so weit verändern, dass ein Antibiotikum nicht mehr wirken kann. Das heißt, zu Problemkeimen werden diese Erreger insbesondere dann, wenn sie unterschiedliche Resistenzen gegen die gängigen Antibiotika aufweisen

  • Krankenhauskeim

    Der Mensch ist mit einer Vielzahl von Bakterienarten besiedelt, die als Normalflora bezeichnet werden. Allerdings können eine Reihe dieser Keimarten neben ihren positiven Eigenschaften für das menschliche Wohlbefinden unter bestimmten Umständen bösartig werden und Infektionen auslösen.

    Selbst aggressive Antibiotika töten nie alle Keime ab, sondern nur etwa 99 Prozent. Die überlebenden „Außenseiter“ können sich wieder ausbreiten und sogar so weit verändern, dass ein Antibiotikum nicht mehr wirken kann. Das heißt, zu Problemkeimen werden diese Erreger insbesondere dann, wenn sie unterschiedliche Resistenzen gegen die gängigen Antibiotika aufweisen

  • MRSA

    Der geläufigste Problemkeim ist der Staphylococcus aureus. Der „normale“ Staphylococcus aureus besiedelt bei Gesunden regelhaft die Nase und den Rachenbereich. Staphylokokken können an allen Körperstellen eitrige Infektionen verursachen, die unterschiedlich schwerwiegend sein können: vom einfachen Eiterpickel, über Furunkel bis zu einem riesigen Abszess. Gleichzeitig ist der S. aureus in der Lage, sehr schnell gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent zu werden. Aus diesem Grund übersetzten manche MRSA mit Multi-resistenter Staphylococcus aureus. Allerdings steht das M für das ursprünglich am besten gegen diesen Problemkeim wirksame Antibiotikum Methicillin. MRSA steht somit für Methicillin-resistente Staphylococcus aureus.

  • VRE

    VRE steht für Vancomycin-resistente Enterokokken. Enterokokken sind normale Bakterien, die sich im Darmtrakt befinden und rufen insgesamt – im Vergleich zu Staphylococcus aureus – selten Infektionen hervor. Gefährlich werden Enterokokken im Zusammenhang mit einer Resistenz gegen das Antibiotikum Vancomycin. Dies gilt vor allem für immungeschwächte Patienten, während er bei den meisten Krankenhauspatienten lediglich als Besiedelungskeim ohne Krankheitswert vorkommt. Das Problematische ist außerdem, dass der Keim in der Lage ist, diese Vancomycin-Resistenz auf andere Keimarten zu übertragen, sodass beispielweise der Staphylococcus aureus weder mit Methicilin noch mit Vancomycin bekämpft werden kann.

  • 3-MRGN

    Dieses Kürzel steht für die große Bakteriengruppe der gramnegativen Bakterien, die eine Resistenz gegen drei der vier Hauptgruppen an Antibiotika aufweisen. MRGN steht für Multi-resistente Gramnegative. Diese Keimgruppe mit einer Resistenz gegen Breitspektrum-Penicilline, Cephalosporien und Fluorchinolone hat sich in den vergangenen zehn Jahren weltweit kontinuierlich ausgebreitet. Die Ursache ist der weltweit häufige Einsatz dieser Antibiotikagruppen, vor allem in Süd(-Ost)asien, aber auch in Südeuropa (Griechenland, Türkei oder Italien). Die Folge hiervon ist, dass bei Infektionen durch Vertreter dieser Bakterienarten immer häufiger Reserveantibiotika aus der Gruppe der Carbapeneme – auch bei sozusagen banalen Infektionen wie Infektionen der Harnwege – eingesetzt werden müssen. Dies wiederum erhöht das Risiko des Auftretens von Resistenzen gegen die Antibiotika-Wirkstoffgruppe Carbapeneme.

  • 4-MRGN

    MRGN steht verkürzt für Multi-resistente Gramnegative. Speziell bei 4-MRGN handelt es sich sozusagen um extrem beständige Bakterien, weil sie nicht nur eine Resistenz gegen drei der vier Hauptgruppen an Antibiotika aufweisen, sondern zusätzlich gegen Carbapeneme resistent sind. Damit kommen Ärzte in einen Bereich der Infektionsbehandlung, bei dem praktisch keine wirksamen Substanzen mehr zur Verfügung stehen. Anders ausgedrückt: Bei Infektionen mit 4-MRGN gibt es praktisch keine Antibiotika mehr für eine sichere Behandlung. In diesen Situationen wird auf Uralt-Antibiotika zurückgegriffen, die wegen ihrer ausgesprochen schlechten Verträglichkeit und einer fragsamen Wirksamkeit schon längst nicht mehr für Behandlungen verwendet werden.

  • CDI

    Clostridium-difficile-Infektionen sind Durchfallerkrankungen, die aus der Einnahme von zu vielen Antibiotika resultieren. Die Keimart der Clostridien ist Bestandteil der normalen Darmflora und kommt praktisch bei jedem Menschen vor, ohne dass wir davon etwas bemerken. Da Clostridien gegen fast alle gängigen Antibiotika von Natur aus resistent sind, haben sie gegenüber den weniger resistenten Bakterienarten im Darm den Vorteil, dass ihnen eine Antibiotikagabe, die der Betreffende beispielsweise wegen einer Lungenentzündung erhält, nichts ausmacht. Während ein Großteil der antibiotikaempfindlichen Darmbakterien – unbeabsichtigt – abgetötet wird, bleiben Clostridien im Darm übrig und fangen an, sich übermäßig zu vermehren und ein Gift zu bilden, das die Darmwand angreift und so zu einem starken Durchfall führt. Der Verlauf der Erkrankung kann von relativ mild bis tödlich ablaufen und stellt den Arzt vor große Herausforderungen, da keine Behandlung einen sicheren Erfolg verspricht.

  • Händedesinfektion

    Infektionen von Mensch zu Mensch werden in mehr als 80 Prozent der Fälle über die Hände übertragen. Einen besonders hohen Stellenwert nimmt deshalb die hygienische Händedesinfektion ein. Bereits 30 Sekunden reichen aus, um Infektionsketten zu unterbrechen. Die Händedesinfektion ist im Krankenhaus nachweislich wirkungsvoller als das Händewaschen.

  • Antibiotika

    Antibiotika sind Medikamente, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Diese Arzneimittel hemmen die Vermehrung der Erreger oder zerstören diese sogar, indem sie ihre Zellwand auflösen. Es gibt hierfür zahlreiche Wirkstoffe und Wirkstoffgruppen. Antibiotika werden – je nach Art und Schwere der Infektion – als Tablette, Infusion oder Spritze verabreicht.

  • Reserveantibiotika

    Mit Reserveantibiotika sind spezielle Antibiotika gemeint, die nur bei Infektionen mit resistenten Keimen verabreicht werden. Bei „normalen“ Infektionen werden Reserveantibiotika nicht verwendet, da sie entweder stärkere Nebenwirkungen zeigen oder ein zu breites Wirkspektrum haben, sodass man sprichwörtlich mit Kanonen auf Spatzen schießen würde. Sie werden nur dann eingesetzt,

    • wenn es sich um besonders schwere Infektionen handelt oder
    • wenn krankmachende Bakterien Resistenzen gegen andere Antibiotika entwickelt haben. Ein Beispiel hierfür ist MRSA.

    Reserveantibiotika sind grundsätzlich keineswegs besser wirksam als Standardantibiotika.

  • Vancomycin

    Vancomycin ist ein sehr altes Antibiotikum, dessen Wirkspektrum allerdings sehr beschränkt ist und fast nur gegen Staphylokokken und Enterokokken (sie gehören beide zur Gruppe der grampositiven Bakterien) eingesetzt werden kann. Dabei haben besonders die Enterokokken Resistenzen gegen dieses Antibiotikum entwickelt (VRE). Vancomycin ist das Standardantibiotikum zur Behandlung von Infektionen durch MRSA. Aufgrund seiner ausgeprägten Nebenwirkungen (vor allem kann es zu Nierenschädigung führen) sollte es bei Infektionen, die nicht durch MRSA bedingt sind, nur sehr vorsichtig eingesetzt werden.

  • Linezolid

    Dieses relativ neue Antibiotikum – es ist erst um das Jahr 2000 auf den Markt gekommen – hat ein vergleichbares Wirkspektrum wie Vancomycin und kann ersatzweise bei ähnlichen Infektionen eingesetzt werden. Es hat auch andere Nebenwirkungen wie Vancomycin, die in Abhängigkeit von der Therapiedauer auftreten können und zum Beispiel die Blutbildung schädigen können. Da derzeit die Resistenzhäufigkeit bei Linezolid noch nicht sehr ausgeprägt ist, sollte es möglichst selten und nur wirklich dann, wenn es absolut notwendig ist, eingesetzt werden. Anderenfalls droht dieses hochwirksame Antibiotikum auch wieder schnell unwirksam zu werden.

  • Carbapeneme

    Carbapeneme sind eine Wirkstoffgruppe mit derzeit fünf verfügbaren Einzelsubstanzen, die zur Großgruppe der Betalaktam-Antibiotika zählen. Sie zeichnen sich durch ein sehr breites Wirkspektrum gegen eine Vielzahl von Keimarten aus und werden deshalb vor allem zu Beginn der Behandlung von schweren Infektionen, bei denen man zunächst die Verursacher nicht kennt, eingesetzt. Sie sind das klassische Beispiel für Reserveantibiotika, deren Einsatz wirklich kritischen Situationen vorbehalten bleiben sollte. Ihr breites Wirkspektrum ist gleichzeitig ihr entscheidender Nachteil, weil sie eben nicht nur – wie erwünscht – die krankmachenden Keime abtötet, sondern auch Keime unserer Normalflora. Erfolgt diese Abtötung im Darm, können sich andere Bakterienarten unkontrolliert ausbreiten und dann zu einer sogenannten Antibiotika-assoziierten Diarrhoe (Durchfall) führen. Das bekannteste Beispiel hierfür ist die Clostridium-difficile-Infektion (CDI).

  • Pflegetag

    Unter dem Begriff Pflegetag wird ein Tag verstanden, an dem ein Patient in einem Krankenhaus versorgt wird. Entlassungs- und Verlegungstage werden hierbei nicht hinzugerechnet.

  • Stationär

    Unter einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus versteht man die Unterbringung für mindestens einen Tag und eine Nacht auf einer Station. Das Gegenteil ist die ambulante Behandlung, bei der der Patient das Krankenhaus nach der Versorgung wieder verlässt.